Regelmäßiger Schlafmangel, etwa bei Müttern mit kleinen Kindern, führt oft dazu, daß die Verpflichtungen des Alltags zur Last werden und man sich nichts sehnlicher wünscht, als wieder einmal richtig durchzuschlafen. Warum brauchen wir ausreichend Schlaf? Der Körper und das Nervensystem regenerieren sich im Tiefschlaf, Aufbauprozesse finden statt. Aber auch unsere Seele braucht den Schlaf. Sie verarbeitet ihre am Tag gemachten Erfahrungen in Form von Träumen und wir finden kreative Lösungen für Probleme quasi „im Schlaf“. Der Schlafbedarf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Für den einen reichen 6 Stunden, während ein anderer mindestens 8, besser 9 Stunden Schlaf benötigt, um sich ausgeruht zu fühlen. Dabei spielt die Qualität des Schlafes eine entscheidende Rolle. WLAN und Handystrahlung im Schlafzimmer sollte man unbedingt vermeiden, ebenso lange Bildschirmarbeit abends vor dem Schlafengehen. Der hohe Blaulichtanteil an Computer und Smartphone verhindert die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und bringt die natürlichen Rhythmen durcheinander. Man kann, wenn es sich nicht vermeiden läßt, abends noch vor dem Bildschirm zu sitzen, eine Salzlampe daneben stellen oder eine „Blueblockerbrille“ aufsetzen. 

Viele Menschen sind ständig müde und erschöpft. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein. 

Doch Schlafmangel ist nicht immer die Ursache für ständige Müdigkeit. Manche Menschen fühlen sich nicht erholt in der Früh, obwohl sie scheinbar ausreichend schlafen. Viele Betroffene suchen einen Arzt auf, um die Ursachen für ihre Symptome herauszufinden. Wenn Sie sich ständig müde fühlen, könnte eine (ofmals nicht erkannte) chronische Infektion mit Borrelien oder dem Eppstein-Barr-Virus dahinter stecken. Bei diesen Krankheiten kommt es zu einer (umkehrbaren) Schädigung der Mitochondrien, unserer „Zellkraftwerke“ durch sog. nitrosativen Streß. Die Folge davon ist eine geringere Energieproduktion in den Mitochondrien. Man spricht auch von einer „erworbenen Mitochondrien-Dysfunktion“. Im Labor lassen sich sowohl Krankheiten wie eine chronische Borreliose oder infektiöse Mononukleose (Eppstein-Barr-Virus) nachweisen, als auch die Mitochondrien-Funktion messen. Danach kann eine ursächliche Therapie eingeleitet werden, die auch die begleitenden Symptome wie ständige Müdigkeit zum Verschwinden bringt. 

Auch andere chronische Entzündungen im Körper führen dazu, daß man sich am Tag ständig müde fühlt,  denn sie verbrauchen viel Eisen. Eisen ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs und wird zum Sauerstofftransport benötigt. Bei Eisenmangel bekommen alle Gewebe im Körper und natürlich auch das Gehirn zu wenig Sauerstoff- wir fühlen uns müde und erschöpft. Gerade bei Sport und körperlicher Anstrengung sind die Batterien schnell leer, Betroffene machen sich Sorgen um ihre Gesundheit. 

Außer einem Eisenmangel sollte man bei Müdigkeit auch einen Mangel an anderen Vitalstoffen wie Vitamin B 12 und anderen B-Vitaminen, Vitamin C, Magnesium, Zink sowie einen Mangel an essentiellen Fetten und Aminosäuren als Ursache in Betracht ziehen. Die ausreichende Versorgung mit diesen Vitalstoffen über die Ernährung spielt dabei einerseits eine Rolle, aber auch deren erhöhter Verbrauch durch Streß und Umweltgifte. In Bezug auf das Eisen sollte der Arzt nicht nur das Serumeisen messen, sondern auch Ferritin, den Eisenspeicher, und Transferrin das auch bei „normalen“ Bluteisenwerten auffällig sein kann. Um schnell Abhilfe zu schaffen, können Vitalstoffe auch als Infusion gegeben werden, bevor man mit einer oralen Substitution fortfährt. 

Welche weiteren Ursachen für Müdigkeit gibt es noch? 

Müdigkeit kann auch psychisch bedingt sein, etwa wenn uns ein Gefühl für Sinnhaftigkeit unseres Tuns  oder die Anerkennung für unsere Leistung fehlt. Auch und gerade Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger sind häufig müde, weil sie keine richtige Aufgabe haben und ihr Selbstwertgefühl leidet. Bei anderen liegt die Ursache der Müdigkeit an dem Gefühl, ständig noch mehr leisten zu müssen bei gleichzeitig fehlender Anerkennung. 

Der rasante gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre durch Internet und Smartphone überfordert den Menschen häufig. Man meint, immer erreichbar und online sein zu müssen, damit man nichts verpaßt und ist dadurch in einer ständigen Unruhe. Innehalten, sich besinnen und Regeneration zu kurz kommen. In all diesen Fällen, wo psychische Muster die Ursache für die chronische Müdigkeit sind, können Heilpflanzen aber auch Bachblüten begleitend zu Gesprächen eingesetzt werden, bei denen neue Perspektiven erarbeitet werden. 

Was ist gut bei Müdigkeit?

Die Ernährung sollte möglichst biologisch, vielseitig, bunt, frisch und frei von Zusätzen sein. Sie sollte viele Polyphenole, ungesättigte Fette (besonders Omega-3 aus Lein- und Fischöl), Zink, Eisen (rote Früchte und Gemüse) und andere Spurenelemente, Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Eine Nahrungsergänzung ist oftmals sinnvoll, weil der Verbrauch des Körpers an „zellschützenden“ Substanzen zugenommen hat bei gleichzeitig geringerem Vorkommen in der Nahrung. Gut und sinnvoll ist eine Ergänzung der täglichen Nahrung mit Vitamin D, obwohl in den Medien Artikel mit gegenteiligen Empfehlungen kursieren. Gerade wenn Sie nicht gut schlafen, sollten Sie große abendliche Mahlzeiten vermeiden, aber auch nicht hungrig ins Bett gehen. Insbesondere Rohkost und viel Eiweiß sind Abends nicht empfehlenswert, weil die Verdauung bereits auf „Ruhemodus“ geschaltet ist und es leicht zu Gärungs- und Fäulnisprozessen und der Bildung von Histamin kommen kann. Das größtenteils von Fäulnisbakterien im Dickdarm gebildete Histamin führt zu nächtlichem Herzklopfen und Unruhe. Ein bis zwei Mal in der Woche sogar „Dinnercancelling“ zu machen, das heißt nach 16 oder 17 Uhr gar nichts mehr zu essen, verbessert die Regeneration des Körpers, insbesondere der Knochen und Gelenke.

Sport (in Maßen!) fördert die Gesundheit, reduziert Streß und verbessert den Schlaf. Dabei sind eher Ausdauersportarten zu bevorzugen wie Schwimmen und Spazieren an der frischen Luft, am besten im Wald und ohne Smartphone. Vermehrtes Ausatmen unterstützt den Körper bei der „Entsäuerung“ und hilft dabei eine der Ursachen für Müdigkeit zu beseitigen: die Übersäuerung durch Streß und falsche Ernährung. Gehen sie beim Sport nicht über Ihre Grenzen, das wäre wiederum „Streß“ und würde die chronische Müdigkeit sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit begünstigen. 

Wenn Sie oftmals müde sind, hören Sie auf Ihre innere Stimme. Sie wird Ihnen sagen, ob Sie spazieren gehen sollten, Ihre Ernährung verbessern, oder sich einfach eine Auszeit nehmen und unerreichbar sein. Wenn Sie müde sind, sagen Sie unnötige Termine ab und schlafen Sie einfach! Besuchen Sie einen Arzt oder Heilpraktiker, um den Ursachen Ihrer Müdigkeit auf den Grund zu gehen. Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Schlaf und schöne Träume!